Neugestaltung Stadtseeanleger

Im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) von 2015 für die Altstadt Mölln wurde die Fläche des Stadtseeanlegers durch eine detaillierte Potentialanalyse als ein Freiraum mit Aufwertungspotential definiert. Um die Ziele der Städtebaulichen Gesamtmaßnahme für die Stadt Mölln zu erreichen, ist diese Fläche von enormer Wichtigkeit. Die historische Insellage der Stadt kann durch die zumeist privatisierten Seegrundstücke nur in wenigen Bereichen der Altstadt erlebt werden. (Entwicklungsziel „Erlebbare innerstädtische Wasserlage“ ISEK 2015) Da die Fläche des Stadtseeanlegers die einzige öffentlich nutzbare Fläche mit direkter Altstadtlage ist, bildet ihre Aufwertung einen essentiellen Bestandteil der Gesamtmaßnahme - sowohl als Freifläche als auch als direkter Wasserzugang. (Entwicklungsziel „Atmosphärische Stadtplätze und Straßenzüge zum Verweilen“ ISEK 2015) Die Maßnahme innerhalb des Förderprogrammes Städtebaulicher Denkmalschutz sieht eine Neugestaltung des Stadtseeanlegers mit direktem Wasserzugang und Aufenthaltspotential für alle Altersgruppen vor. Die Umgestaltung beinhaltet eine direkte Achse zum Wasser, eine großzügige Liegewiese am Wasser und bepflanzte Seeterrassen. Sitzmöglichkeiten, Holzdecks und andere Ausstattungselemente erhöhen die Funktionalität des Raumes und rücken diesen wieder in den Fokus für Anwohner und Besucher, wodurch die Fläche einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge liefert. Das enorme Potential dieser Fläche wurde sowohl in dem städtebaulichen Entwicklungskonzept von 2015 herausgearbeitet, als auch durch die Bürgerbeteiligung von 2019 deutlich, welche eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung hatte. Die einmalige Wasserlage der Altstadt Mölln kann nur durch Wasserzugänge erlebbar gemacht werden. Deshalb ist der Stadtseeanleger als einziger Seezugang einer der wichtigsten Bausteine zur Erreichung der ermittelten Ziele der städtebaulichen Gesamtmaßnahme.

Luftbild Mölln Stadtseeanleger

Die Fläche des Stadtseeanlegers liegt mit direktem Bezug zum Stadtsee am nordwestlichen Rand der Altstadtinsel und damit am Ende einer durchgehenden Wegeverbindung bis zum südöstlich gelegenen Kurpark. Aus stadtstruktureller Sicht betrachtet kommt der historische Altstadt in diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu, da es sich hierbei um den einzigen öffentlichen Zugang zum Möllner Stadtsee handelt.

Gesamtkonzept Stadtseeanleger

Das Gebiet ist Teil der Städtebaulichen Gesamtmaßnahme Altstadt, die 2012 in ihrer Gesamtheit in das Bund-Länder-Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen und im Jahr 2021 in die neue Programmstruktur "Lebendige Zentren" überführt wurde. Vor diesem Hintergrund wurde mit dem Planungsbüro "hannes hamann" ein durch die Politik beschlossenes Gesamtkonzept entwickelt. Die Planung sieht Folgendes vor:

Durch das Eintreten in die sich ebenfalls in Überplanung befindliche Grubenstraße wird dem Besucher der Blick über die mit Staudenpflanzungen versehenen Seeterrassen und die großzügige Wiesenfläche eröffnet. Die Eckbebauung Seestraße/Grubenstraße wird durch einen Neubau ersetzt. Im Rahmen einer Konzeptvergabe soll an dieser exponierten Stelle mindestens ein ganzjähriger Gastronomiebetrieb etabliert werden. Die Fortführung der zentralen Wegeverbindung und ein erhöhter Holzsteg an der Trauerweide führen an den See und ermöglichen den direkten Wasserkontakt. Am geplanten Bootshaus, das den Bootsverleih sowie einen saisonalen gastronomischen Betrieb mit Außengastronomie auf einer Dachterrasse beherbergt, führt ein Steg in U-Form auf das Wasser hinaus und an der nordöstlichen Plangebietsgrenze wieder auf das Ufer. Der Holzsteg wird in zwei Ebenen angelegt und wird sowohl über Treppen, als auch über eine Rampe erschlossen, so dass der gesamte Steg barrierefrei befahrbar ist. Die höhere Ebene dient vor allem dem Aufenthalt sowie dem Zugang des Ausflugsschiffes und bietet entlang der tieferen Ebene eine Sitzkante. Hinzu kommen Holzbänke auf dem Steg selbst. Der Bootsanleger ist für ca. 20 Boote zum Verleih konzipiert. Aber auch die Möglichkeit zum Verleih von sich grundsätzlich an Land befindlichen Kanus soll gegeben sein. Der Uferbereich ist einem natürlichen Ufer mit Steinen und Wasserpflanzen nachempfunden. Die daran anschließende zentrale Wiesenfläche ermöglicht das freie Bespielen, Sitzelemente aus Holz laden hier Touristen, Besucher und Bürger der Stadt zum Verweilen ein. Sitzkanten am Rande der Fläche und auf den Seeterrassen bieten zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Es schließen sich Ebenen mit Staudenpflanzungen und Sitzstufen zwischen der Grünfläche und der daran anschließenden Fläche um das „Heilig-Geist-Hospital“ an. Alle befestigten Flächen sind barrierefrei zu erreichen. Randliche Einfassungen mit Hecken, standortgerechten Büschen sowie Baumneupflanzungen runden das Gesamtbild optisch ab.

Für eine nachhaltige Erreichbarkeit befinden sich 40 Fahrradstellplätze am „Heilig-Geist-Hospital“ und an der Rückseite des Bootshauses. Die Zu- und Abfahrt zum geplanten Bootshaus erfolgt über den Parkplatz. Eine direkte Durchfahrt zwischen dem „Heilig-Geist-Hospital“ und dem Eckgebäude Seestraße/Grubenstraße ist über eine Pollerregelung nur für die Feuerwehr sowie bei Veranstaltungen vorgesehen.  Der bestehende Parkplatzbereich mit derzeit 32 Stellplätzen wird auf 8 Stellplätze, die einem bestehenden Unternehmen in der Nähe zugeordnet sind, sowie 3 Stellplätze, die zum „Heilig-Geist-Hospital“ gehören, verkleinert. 2 weitere Stellplätze sind als Behindertenparkplätze im südöstlichen Anschluss an das Bootshaus vorgesehen.

ehemaliger Imbiss

Das Eckgebäude Seestraße/Grubenstraße wurde im Winter 2020/2021 abgerissen. Die Stadt Mölln suchte über eine Konzeptvergabeverfahren Interessenten, die auf dem Grundstück ein neues Gebäude errichten. Es fand sich ein Investor, der auf dieser Fläche eine Tages- und Abendgastronomie sowie vier Wohnungen in den oberen Geschossen errichten will. Das neue Gebäude soll sich ins mittelalterliche Ensemble der Altstadt einfügen.

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