Integriertes Stadtentwicklungskonzept "Hafen-/Bahnflächen"

Die Hafen-/Bahnflächen (siehe Abbildung unten) wurden bereits 2010 im gesamtstädtischen Integrierten Stadtentwicklungskonzept Mölln als räumliches Schwerpunktgebiet mit erkennbarem besonderen Handlungsbedarf herausgearbeitet, für das die Durchführung einer vorbereitenden Untersuchung empfohlen wurde. Im Ergebnis dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass im Untersuchungsgebiet erhebliche städtebauliche Missstände im Sinne des § 136 Baugesetzbuch (BauGB) bestehen. Die damit verbundene Notwendigkeit des Einsatzes von Städtebauförderungsmitteln ist jedoch an die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes gebunden. Die Stadt Mölln hat vor der förmlichen Festlegung eines Sanierungsgebietes ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept zu erstellen, um eine Handlungsgrundlage zu gewinnen, welche die anzustrebenden Ziele und die Durchführbarkeit verschiedener Maßnahmen innerhalb von Handlungsschwerpunkten aufzeigt. Auf Grundlage der auf der Bauausschusssitzung Ende 2016 beschlossenen Voruntersuchungen sowie der Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“ 2012, wurde von dem beauftragten Planungsbüro Elbberg Stadtplanung daher ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet.

Zeitliche Einordnung

 

2010

Die Hafen-/Bahnflächen werden bereits im ISEK Altstadt als räumliches Schwerpunktgebiet mit erkennbarem, besonderem Handlungsbedarf identifiziert.

2011 – 2016

Die Vorbereitenden Untersuchungen (VU) gemäß § 141 Baugesetzbuch (BauGB) werden durchgeführt.

2012

Die „Hafen-/Bahnflächen“ werden in das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“ aufge-nommen.

2014

Das Untersuchungsgebietes der VU wird um 1,9 ha nach Süden erweitert, um die Möglichkeit einer sogenannten Mobilitätsdrehscheibe zu schaffen. Die Öffentlichen Nah- und Fernverkehrsmittel sollen an einem zentralen Punkt am Bahnhof zusammengefasst werden.

2015

Die anstehende und erfolgte Verlagerung des städtischen Baubetriebshofes von der Landzunge ist der Anlass zur Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“.

Durch die Verlagerung bietet die Fläche ein großes Entwicklungspotential, auch aufgrund ihrer Lagegunst (Wasser- und Altstadtnähe).

2016

Die Vorbereitenden Untersuchungen werden fertiggestellt. Sie beinhalten eine umfassende Analyse der städtebaulichen, freiraumbezogenen, verkehrlichen, ökonomischen und soziodemografischen Situation des Gebietes. Zudem werden auf Grundlage der ermittelten Potentiale ein allgemeines Zielkonzept erstellt sowie eine Projektierung von Maßnahmen erarbeitet.

 

Ergebnis der VU: Es besteht eine Notwendigkeit zum Einsatz von Städtebauförderungsmitteln. Hierzu ist jedoch ein Sanierungsgebiet festzulegen, für das zunächst ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept erstellt werden muss.

2017

Durchführung eines Gebietsspazierganges mit interessierten Bürgern und Anwohnern. Dieser wurde in einer Broschüre dokumentiert und kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

Dokumentation Gebietsspaziergang

2018

Um die Umsetzbarkeit der Mobilitätsdrehscheibe festzustellen wird ein Gutachten beauftragt. Laut des Gutachtens ist eine vollumfängliche Verlagerung des Öffentlichen Personenverkehrs in die Nähe des Bahnhofes nicht umsetzbar.

 

Die Idee zur Entwicklung einer Mobilitätsdrehscheibe wird daher verworfen.

2020

Im Januar und März finden Expertengespräche mit örtlichen Akteuren (Eigentümer, Mieter, Vertreter der ortsansässigen Vereine usw.) zur Ermittlung möglicher Handlungsschwerpunkte statt.

 

Im Juli wird das Wohnungsmarktkonzept für die Gesamtstadt, sowie dem Schwerpunktgebiet „Hafen-/Bahnflächen“ mithilfe der Städtebauförderung beauftragt.

 

Am 19.11.2020 wird der fertige Entwurf des ISEKs im öffentlichen Teil der Bauausschusssitzung durch das Planungsbüro vorgestellt. Die Präsentation kann unter folgendem Link heruntergeladen werden.

Präsentation ISEK Mölln_Bauausschuss_201119

 

Vom 01.12.2020 – 08.01.2021 findet die Beteiligung der Träger Öffentlicher Belange statt.

2021

Am 23.02.2021 findet eine Online-Veranstaltung für interessierte Bürger und Bürgerinnen statt. Das ISEK wird erneut vom Planungsbüro Elbberg vorgestellt. Außerdem wurden kleinere Umfragen bezüglich der geplanten Maßnahmen durchgeführt. Die Präsentation kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

Präsentation ISEK Mölln_Öffentliche Beteiligung_210223

 

 

Weiteres Vorgehen

Wie bereits erwähnt, liegt mit dem vorliegenden Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept gemäß der Städtebauförderungsrichtlinien des Landes Schleswig‐Holstein in der Fassung vom 01.01.2015 (StBauFR SH 2015) ein planerisches Steuerungsinstrument als wesentliche Grundlage für die Entscheidung über den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln, sowie für die weitere Gebietsentwicklung im Fördergebiet „Hafen‐/ Bahnflächen“ vor. Das ISEK definiert grundsätzliche Ziele als Maßgaben für die weitere Entwicklung des Gebietes, zeigt eine zielgerichtete und nachhaltige Neuordnungsstrategie für das Gebiet auf, benennt die relevanten Handlungsfelder und stellt die umzusetzenden Einzelmaßnahmen dar. Folgende allgemeine Handlungsziele werden im ISEK aufgezeigt:


1. Funktionale Aufwertung, städtebauliche Neuordnung und Attraktivitätssteigerung.


2. Schaffung eines altstadtorientierten Zugangs zu Uferbereichen und Wasserflächen v.a. des Ziegelsees sowie eines attraktiven Wasser‐ und Freiraumbezuges.


3. Schaffung öffentlich zugänglicher und qualitativ hochwertiger innenstadtnaher Frei‐ und Grünräume im Gebiet.


4. Entwicklung einer qualitativen und marktfähigen Nutzungsmischung auf der Landzunge mit den Schwerpunkten Büronutzung, Dienstleistungen, Gewerbe, ausnahmsweise nicht zentrenrelevanter Einzelhandel, Hotel, Wellness sowie (anteilig) Wohnen und Ferienwohnen. Dabei sind die ‐ sich entlastend verändernden immissionsschutzrechtlichen ‐ Anforderungen der geplanten wohnorientierten Umstrukturierung im benachbarten Hafengebiet zu berücksichtigen. Die Ergebnisse des sich in Aktualisierung befindlichen Wohnungsmarktkonzeptes (WMK) von 2010, die voraussichtlich im Winter 2020 vorliegen werden, sind für die nähere wohnungstypologische und nachfragegerechte Ausgestaltung des künftigen Wohnens auf der Landzunge auszuwerten.


5. Verbesserung der Anbindung und Erreichbarkeit des Gebietes durch die Schaffung einer fußgänger‐ und radfahrerfreundlichen Verknüpfung mit der historischen Altstadt und dem ZOB.


6. Aufwertung des Bahnhofsbereichs, seines Umfeldes und Erhöhung der dortigen Mobilitätsangebote.


7. Anpassung und Neugestaltung der ZOB‐Flächen einschließlich seines städtebaulichen und freiräumlichen Umfelds.


8. Aufwertung der Verbindung zwischen den beiden Mobilitätsstandorten Bahnhof und ZOB.


9. Sicherung und Stärkung der bestehenden Vereinsnutzungen.


10. Schaffung von attraktiven (Stadt‐)Eingangssituationen.


11. Umbau, Erneuerung und Herstellung von Verkehrsflächen zur funktionalen und städtebaulichen Aufwertung des Gebietes und zur Optimierung seiner Erreichbarkeit sowie Modernisierung wichtiger Infrastrukturen.
 
12. Aufwertung von Gebäudesubstanz, Stabilisierung der vorhandenen Wohn‐ und Gewerbenutzung, Erhalt und Sicherung der gewachsenen historischen Baustruktur.


13. Verbesserung von Image und Identität des Gebietes mit Wirkung nach Innen und Außen, Stärkung als touristische Zieladresse.

Die vollständigen Unterlagen zum ISEK können unter folgenden Links heruntergeladen werden:

Beteiligung der Öffentlichkeit

Öffentliche Auslegung

Die Unterlagen zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) liegen vom 18.02.2021 bis zum 18.03.2021 im Foyer des Stadthauses, Wasserkrüger Weg 16, 23879 Mölln, während folgender Zeiten: montags, dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags von 08:30 Uhr bis 12:00 Uhr sowie donnerstags von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr öffentlich aus. In das Gebäude wird durch Klingeln und unter Nennung des Besuchsgrundes zu den aufgeführten Zeiten Einlass gewährt.

Telefonische Sprechstunde

Der Fachdienst Planung bietet aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie innerhalb des Beteiligungszeitraumes vom 18.02.2021 bis zum 18.03.2021 eine telefonische Sprechstunde an. Fragen zum Thema ISEK Hafen-/Bahnflächen können hier gestellt werden.

Mo

08:30 Uhr – 12:00 Uhr

Di

08:30 Uhr – 12:00 Uhr

Mi

08:30 Uhr – 12:00 Uhr

Do

08:30 Uhr – 12:00 Uhr und 15:00 Uhr – 18:00 Uhr

Fr

08:30 Uhr – 12:00 Uhr

 

Nähere Information

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