Fuhrwerke in Mölln

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Als Gegenstück zu der Auswahl an Lastkraftwagen im vergangenen Monat zeigen wir hier die noch von nur einem PS angetriebenen Fahrzeuge. Man erkennt anhand der Bilder sehr gut, dass der Übergang zu motorgetriebenen Fahrzeugen sich hier recht langsam abspielte; tatsächlich gibt es auch noch in der Zeit bis etwa 1960 noch Pferdefuhrwerke in Mölln zu sehen.

Kein Zufall war, dass auf der Nordseite der Stadt mit dem „Weissen Ross“ vor allem für „die gehobene Gesellschaft“ eine Gelegenheit gegeben war, an der man sein Fahrzeug ab- und unterstellen konnte, wenn man aus Richtung Norden anreiste. Schon für diese Art Transportmittel waren viele der Altstadtgassen eben nicht weit genug. Sollte etwas zu Bruch gegangen sein, war Otto Meyer in der Ratzeburger Straße der Handwerker, um Wagen zu reparieren oder dem Pferd ein neues Hufeisen anzupassen. Diese elegant wirkende Kutsche könnte auch der gerade fertiggestellte „Neuwagen“ sein.

Die Spedition Dechow gibt es heute noch; sie war auch damals eine wichtige Adresse für Transport aller Art, wie man sieht. Bei diesem „musikalischen“ Umzug nutze man mit großem Vergnügen auch die bequeme Sitzmöglichkeit aus dem Wohnzimmer. Auch 1906 wurden die Verstorbenen in besonderen Fahrzeugen zum Begräbnis gebracht. Der Einspänner steht den Limousinen in unserer Zeit in nichts nach. Fuhrunternehmer Koops residierte in der Bahnhofstraße.

Einen mit großem Aufwand gestalteten Festwagen wie hier vermutlich 1934 konnte sich damals diese Berufsgruppe gut leisten, denn Waren und Güter wurden mit der Bahn transportiert und dann vom Bahnspediteur weiter verteilt. Sie hatten also gut zu tun!

Das Foto vom Rungenwagen in der Schmilauer Straße im Jahre 1942 symbolisiert deutlich den Übergang zu den motorbetriebenen Fahrzeugen. Der Einspänner fährt gerade vor einer Zapfsäule am Autohaus Peters im Haus Nummer 2 vorbei. Zu der Zeit ist der Mangel an Autos auf dem Bild allerdings vermutlich eher eine Auswirkung der Kriegsjahre.

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