Möllner Schulgebäude: Der Stadthauptmannshof

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In diesem Monat widmen wir uns dem Stadthauptmannshof, der in der Zeit der Pfandherrschaft der Stadt Lübeck den Vertretern der Hansestadt als Amtssitz und Dienstwohnung gedient hatte. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb die Stadt das Herrenhaus (das sogenannte „Medaillongebäude“) auf dem Stadthauptmannshof, um dort die städtische Schule einzurichten, die 1823 einzog. Vorher hatte sich das Schulgebäude oberhalb der Seestraße auf dem Kirchberg nördlich der Nicolaikirche befunden. 

 Nach dem Umzug der Schule auf den Stadthauptmannshof dienten die Fachwerkreihenhäuser am Schulsee als Lehrerwohnungen. Das Stadthauptmannshaus an der Hauptstraße „blieb aber weiter Zollhaus und wurde Dienstgebäude des dem Amte Ratzeburg unterstehenden Amtsvogtes für die Amtsvogtei Mölln“. Als 1870 Verwaltung und Justiz getrennt wurden, richtete man im Stadthauptmannshaus das neu geschaffene Amtsgericht ein. Außerdem erhielt der Amtsrichter hier seine Dienstwohnung. Das Gebäude an der Hauptstraße blieb Gerichtsgebäude bis zur Verlegung des Amtsgerichtes in das Haus am Lindenweg im Mai 1934.

 Die übrigen Gebäude wurden weiterhin von den Möllner Schulen genutzt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde an der Stelle eines alten Backhauses das klassizistische Gebäude errichtet, in das unten die Knabenabteilung und oben die Mädchenabteilung der Bürgerschule einzogen. 1865 musste jedoch das Obergeschoss abgetragen werden, da sich das Gebäude an der Seeseite beträchtlich abgesenkt hatte.

 Bis 1934 wurde der Stadthauptmannshof von der Volksschule genutzt, danach zog die Mittelschule und schließlich - Mitte der 1950er Jahre - die Sonderschule (Förderschule) hier ein. Bis Mitte der 1980er Jahre diente der größte Teil des Ensembles als Schule. Mit der Einweihung der heutigen „Astrid-Lindgren-Förderschule“ auf dem Schulberg im November 1988 endete die Schulgeschichte des Stadthauptmannshofs.

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