Joachim Dörfler

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Joachim Dörfler trat sein Amt als Möllner Bürgermeister am 1. März 1985 an. Die Stadtvertretung hatte den damals 36-jährigen Juristen am 8. November 1984 zum Nachfolger von Walter Lutz gewählt.

Joachim Dörfler wurde 1948 in Bad Oldesloe geboren. Nach dem Abitur in seiner Heimatstadt studierte er in Hamburg Rechtswissenschaften. Nach dem 2. Staatsexamen nahm er eine Tätigkeit in der Verwaltung auf und war vor seiner Wahl in Mölln Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes der Stadt Bad Oldesloe gewesen. Als eine seiner wichtigsten Aufgaben sah Dörfler die Altstadtsanierung an.

In die Anfangszeit seiner Tätigkeit in Mölln fiel der Umzug der Stadtverwaltung in das neue Stadthaus am Wasserkrüger Weg. Am 7. Juni 1986 hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten der Verwaltung bei einem „Tag der offenen Tür“ kennenzulernen. Mit dem Umzug wurde nicht nur die „Gleitende Arbeitszeit“, sondern auch der „Lange Donnerstag“ eingeführt.

In der ersten Amtszeit Joachim Dörflers konnten einige große Bauprojekte abgeschlossen werden, so u.a. der Um- und Erweiterungsbau des Städtischen Krankenhauses, der Dreifeldsporthalle, des Jugendzentrums und der Förderschule (Astrid-Lindgren-Schule).

Auch die Sanierung des Stadthauptmannshofs und des Historischen Rathauses wurden begonnen.

Besondere Höhepunkte waren die Feiern zum 800-jährigen Stadtjubiläum 1988 und die Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989, die ungeahnte Herausforderungen, aber auch neue Perspektiven für die Stadt brachte. In der Folge wurde eine Städtepartnerschaft mit Hagenow geschlossen (1990).

Nach der ersten Amtszeit Dörflers gingen für die Neubesetzung des Bürgermeisterpostens 1990 insgesamt 14 Bewerbungen im Stadthaus ein. Auch der Amtsinhaber, der selbst der CDU angehörte, bewarb sich erneut. Gegen die Stimmen seiner Parteifreunde wurde Dörfler von der Stadtvertretung im Amt betätigt, als sich im zweiten Wahlgang die Vertreter der SPD für den amtierenden Verwaltungschef entschieden. Sie hatten im ersten Wahlgang für einen eigenen Kandidaten votiert.

Einige bedeutende Vorhaben konnten während der zweiten Amtszeit beendet werden, so die Feuerwache am St. Florians-Weg (1994) Erweiterung Till-Eulenspiegel-Schule und Tanneck-Schule

Das sanierte Historische Rathaus wurde als Städtisches Museum eröffnet (1993) die Sanierung des Eulenspiegel-Museums (1996), und des Adolph-Hoeltich- Stift (1996) fanden ihren Abschluss.

1993 besiegelte die Stadt Mölln eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Maszewo.

Die zweite Amtszeit Dörflers wurde überschattet von den ausländerfeindlichen Brandanschlägen, die am 23. November 1992 von zwei Neonazis auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser verübt wurden. Durch den Anschlag, bei dem drei Menschen ermordet und zahlreiche weitere verletzt wurden, wurde Mölln zu einem Symbol für Ausländerfeindlichkeit und gewalttätigen Rechtsextremismus. Die persönliche Betroffenheit und Belastung durch die Ereignisse und ihre Folgen wirkte sich auch auf den Bürgermeister aus.

Die Amtszeit von Bürgermeister Joachim Dörfler endete nach zwölf Jahren Ende Januar 1997.

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