Die Möllner Frauenklinik

  • Gesundheitswesen und Kureinrichtungen

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hatte das Hamburger Bethesda-Krankenhaus nach der Ausbombung in Hamburg einen Teilbetrieb in der früheren Landwirtschaftlichen Schule in Mölln eingerichtet. Dieses Krankenhaus übernahm nach Kriegsende Dr. Paul Rohwedder als Chefarzt, der daraus die Frauenklinik aufbaute. Untergebracht wurde die Klinik in den Gebäuden des ehemaligen Werk- und Armenhauses am Grambeker Weg.

Dr. Rohwedder schreibt in seinen Lebenserinnerungen: „Trotz der relativ einfachen Unterbringung erfreute sich die Klinik zunehmender Beliebtheit, so dass es bald im weiten Umkreis von Mölln üblich war, seine Kinder in unserer Klinik zu bekommen. Nicht anders ging es mit der operativen Gynäkologie […] Das gute Renommee und den hohen Leistungsstand konnte die Klinik bis zur Auflösung im Jahre1953 halten.“ 
1952 war das Krankenhaus Bethesda in Hamburg-Bergedorf neu errichtet worden. Dr. Rohwedder übernahm dort die gynäkologische Abteilung, das Möllner Haus wurde von der Stadt Mölln übernommen, der Standort am Grambeker Weg aufgegeben.
Dr. Rohwedder zieht in seinen Aufzeichnungen eine stolze Bilanz seines Wirkens in Mölln: „Die Klinik bestand genau 8 Jahre, vom September 1945 bis zum Umzug nach Bergedorf im September 1953. Es wurden in dieser Zeit 9595 Patientinnen aufgenommen. Bei 55 Betten betrug die durchschnittliche Belegung über 8 Jahre 88%, eine fast optimale Belegung bei einem Krankenhaus mit täglichen Zu- und Abgängen […] Es kamen 3051 Frauen zur Entbindung.“ 
(Rohwedder, Dr. Paul: „Ein Leben im 20. Jahrhundert“, in: Lauenburgische Heimat Heft 117, 1987, S. 19-60.)
 

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