Das Krankenhaus der LVA in der Hindenburgstraße

  • Gesundheitswesen und Kureinrichtungen

Die historischen Gebäude auf dem Gelände des Robert-Koch-Parks in der Hindenburgstraße blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Der Komplex wurde im Ersten Weltkrieg als Kaserne (Unteroffiziervorschule) errichtet. Hier wurden Jugendliche, die ihre Schulausbildung abgeschlossen hatten, aber noch nicht wehrpflichtig waren, auf den Beruf des Unteroffiziers vorbereitet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Mölln zu einem wichtigen Lazarett-Standort. In den Schulgebäuden nahm am 1. März 1943 ein Wehrmachtslazarett für nervengeschädigte Soldaten seinen Betrieb auf. Auch eine Sanitätsstaffel des Heeres war hier untergebracht.

Als Lazarett diente das Haus bis März 1946. Dann wurde der gesamte Komplex von der Landesversicherungsanstalt (LVA) übernommen. Ein Zeitungsartikel berichtet Ende der 1960er Jahre:
„Im April 1946 musste die Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein auf Grund einer Anordnung der Militärregierung die in ihrem Bereich vorhandenen Wehrmachtslazarette übernehmen. Auch das Möllner Reservelazarett ging mit seinen Patienten diesen Weg. Als ‚Allgemeines Krankenhaus‘ verfügte es seinerzeit über mehrere chirurgische und innere Abteilungen. Insgesamt waren 500 Betten vorhanden. Die Unterbringung von Tuberkulosepatienten nahm anfangs nur einen geringen Raum ein. Erst vom Jahre 1948 an war man bestrebt, auch das Krankenhaus der LVA in Mölln im weiteren Maße der Pflichtaufgabe der LVA, der Bekämpfung der Tuberkulose, nutzbar zu machen […] Erst Ende Oktober 1950 wurde die letzte allgemeine Station aufgelöst. Damit war die Umstellung auf ein reines Tuberkulosekrankenhaus vollzogen“.
Eine Veröffentlichung von 1952 kündigte Folgendes an:
„Das Krankenhaus wird in Zukunft fast 450 Patienten Aufnahme bieten. Die Kranken werden in Ein- und Vierbettzimmern, die mit Zentralheizung, Warm- und Kaltwasseranlage versehen sind, untergebracht. Die Zimmer werden größtenteils durch direkte Zugänge zu den nach Süden gelegenen angebauten windgeschützten Liegehallen besitzen.“
Zum 30. Juni 1971 stellte das LVA-Krankenhaus seinen Betrieb ein, was zu heftigen Spekulationen über die Zukunft der Gebäude führte, bis dann der Bund die Liegenschaft erwarb und nach zahlreichen Umbauten die Bundeswehrverwaltungsschule III hier einrichtete. Der erste Lehrgang mit 57 Verwaltungsschülern begann im September 1972. Bürgermeister Walter Lutz erinnerte in seinem Grußwort zur Einweihungsfeier noch einmal an die Schwierigkeiten, eine neue Nutzung für das frühere TBC-Krankenhaus zu finden.
Von 1972 bis zum 31. Dezember 2007 diente das Haus als Bundeswehrverwaltungsschule, von 2008 bis 2012 wurden Bundeswehrangehörige in der ZAW-Betreuungsstelle auf ihren Zivilberuf vorbereitet.

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