Heidenreich & Harbeck

In diesem Monat haben wir historische Aufnahmen aus der Geschichte des größten Industriebetriebs Möllns ausgewählt.

Am Grambeker Weg hat es schon vor über 150 Jahren einen metallverarbeitenden Betrieb gegeben. Wenige Jahre nach der Eröffnung der Lübeck-Büchener Eisenbahn (1851) wurde 1859 die Eisengießerei und Maschinenfabrik Burmester gegründet. Hier wurden Teile landwirtschaftlicher Maschinen (z. B. Pflüge und Ackerwalzen), Gitter, Säulen, Roste, Fenster sowie Grabgitter und Grabkreuze gegossen.

Aus diesem Betrieb ging die Eisengießerei Hoffmann und Tödt hervor. 1923 wurde nur wenige hundert Meter vom ursprünglichen Fabrikgebäude entfernt am heutigen Standort ein Neubau errichtet.

1927 kaufte die Hamburger Werkzeugmaschinenfabrik Heidenreich & Harbeck die in den wirtschaftlich schwierigen 1920er Jahren stillgelegte Eisengießerei Hoffmann & Tödt. Der Hamburger Betrieb bestand seit 1868 und hatte ursprünglich vor allem Drehmaschinen hergestellt.

Durch den Ausbau der Gießereiproduktion entwickelte sich das Werk bald zum wichtigsten Industriebetrieb der Stadt. Zahlreiche Innovationen trugen zum Erfolg des Unternehmens bei. Als erste Gießerei in Norddeutschland nahm Heidenreich & Harbeck in den 1950er Jahren die Produktion von Gusseisen aus Kugelgraphit auf. In dieser Zeit wurde auch mit dem Aufbau einer Betriebswerkstatt begonnen, die sich zu einer sehr leistungsfähigen Bearbeitungswerkstatt für sämtliche Gussteile entwickelte.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg waren in Mölln acht Häuser für Werksangehörige am Grambeker Weg gebaut worden. Eine weitere Wohnsiedlung entstand ab 1952 in mehreren Bauabschnitten mit 37 Werkwohnungen im „Harbeckweg“ und in der Langen Straße.

Nach dem Tode Martin Harbecks verkaufte sein Sohn das Unternehmen an die konkurrierende Gildemeister AG aus Bielefeld, die bereits 1970 eine Beteiligung erworben hatte.

Das Möllner Unternehmen wurde 1978 in eine GmbH als selbständige Tochtergesellschaft der Gildemeister AG umgewandelt. 1993 wurde das Unternehmen durch die damaligen Geschäftsführer von Gildemeister abgekauft und 2002 in eine kleine, nicht börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt. 2008 erfolgte die Übernahme durch die Firmengruppe Schloss Neugattersleben.

Die Heidenreich & Harbeck GmbH ist nach wie vor einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt und beschäftigt rund 160 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt der Produktion liegt in der Fertigung gegossener und einbaufertig bearbeiteter Komponenten für die Maschinenbauindustrie.

Eisengießerei Hoffman & Toedt, später Heidenreich & Harbeck, Foto 1927

Eisengießerei Hoffman & Toedt, später Heidenreich & Harbeck, Foto 1927

Grambeker Weg, Häuser abgerissen wegen Eisengiesserei, Milchgeschäft, Foto 1954

Grambeker Weg, Häuser abgerissen wegen Eisengiesserei, Milchgeschäft, Foto 1954

Luftaufnahme, Heidenreich, Beginn Berufssschule, Langhans-Stift, Beginn Schulberg, Foto 1956

Luftaufnahme, Heidenreich, Beginn Berufssschule, Langhans-Stift, Beginn Schulberg, Foto 1956

Luftaufnahme Heidenreich, Grambeker Weg, um 2000

Luftaufnahme Heidenreich, Grambeker Weg, um 2000

Bahnanschluss Heidenreich, Foto um 1990

Bahnanschluss Heidenreich, Foto um 1990

Abstich am Ofen, Foto 1986

Abstich am Ofen, Foto 1986

Heidenreich und Grambeker Weg in einem Schneewinter, vermutl 1979

Heidenreich und Grambeker Weg in einem Schneewinter, vermutl 1979