Die Eisenbahn in Mölln

Mit der Fertigstellung der Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE) im Jahre 1851 erhielt Mölln eine moderne Anbindung an die damalige Welt. Das erste Foto zeigt um 1870 das ältere der beiden Bahnhofsgebäude aus der Entstehungszeit der Bahnlinie.

Das Gebäude ist heute noch vorhanden und beherbergt die Geschäftsräume einer Immobilienfirma. Schon bald entstand aber ein neues, größeres Bahnhofsgebäude, im Prinzip jenes, das wir auch heute noch kennen, auch wenn es als Bahnhof im eigentlichen Sinne keine Funktion mehr hat. Wir sehen die Anlage auf dieser Postkarte, die fast genau 50 Jahre nach Eröffnung der Bahnlinie genutzt wurde. Auch der Zug auf dem Foto entspricht noch den ersten Fahrzeugen der LBE.

Auf dem Foto aus den 1960er Jahren verlässt eines der „Arbeitspferde“ der damaligen Zeit, eine Lokomotive der Baureihe 38, den Bahnhof gerade mit einem Personenzug in Richtung Büchen. Bemerkenswert auf dem Foto sind auch die damals noch umfangreichen Gleisanlagen, die die Bedeutung der Bahn unterstreichen.

Schon 1954 sehen wir die baugleiche Lok dieses Mal beim Queren des Bahnübergangs in einem typischen Winterbild.

Die Bahn war über viele Jahrzehnte das prägende Verkehrsmittel. Der überwiegende Teil der Möllner Gäste kam mit der Bahn. Wie selbstverständlich gehörte Till Eulenspiegel als Möllner Wahrzeichen dazu, wenn es galt, diese Gäste zu empfangen. Übrigens sehen wir auf dem Foto von etwa 1975 auch noch die damals übliche Bahnhofssperre, denn nur mit Fahrkarte oder einer Bahnsteigkarte durfte der Bahnsteig betreten werden.

Am 4. Oktober 1959 endete die Episode, mit der Mölln versucht hatte, mittels „Hein Hollenbek“ Anschluss an die „Kaiserbahn“ von Berlin nach Kiel in Hollenbek zu erzielen. Die Spuren dieser Bahn lassen sich noch heute gut in und um Mölln verfolgen, vor allem in der Waldstadt.

Meist ist in Mölln vergessen, dass es noch bis Anfang der 1970er Jahre einen weiteren hinderlichen Bahnübergang in Mölln gab: Am Lankauer Weg musste vor Bau der Brücke ein Schrankenwärter für die Sicherheit sorgen. Die Gertrudensiedlung ist im Hintergrund zu erkennen.

Auch heute ist die Bahnstrecke eine beliebte Ausweichstrecke für den Güterverkehr, um das Nadelöhr Hamburg zu umgehen. Transporte von Langholz aus Skandinavien, das über die Lübecker Häfen nach Norddeutschland kam, kann man häufig beobachten.

Ja, und mit Wehmut bestaunen viele Möllner die sehr seltenen Sonderfahrten historischer Züge, so wie in dem Fall des Fotos ein Dampf-Sonderzug der „Dampflokfreunde Berlin“ bei einer Durchfahrt von Berlin nach Fehmarn.

Erster Bahnhof der Lübeck-Büchener Eisenbahn, Foto um 1870

Erster Bahnhof der Lübeck-Büchener Eisenbahn, Foto um 1870

Alter und neuer Bahnhof mit Lokomotive und Zug, Postkarte datiert 1901

Alter und neuer Bahnhof mit Lokomotive und Zug, Postkarte datiert 1901

Personenzug mit Lok der Baureihe 38 verlässt Bahnhof Richtung Büchen, Foto 1960er Jahre

Personenzug mit Lok der Baureihe 38 verlässt Bahnhof Richtung Büchen, Foto 1960er Jahre

Bahnübergang im Winter, Foto 1954

Bahnübergang im Winter, Foto 1954

Till (Waldemar Ave) und Begrüßungsschild auf dem Bahnhof, Foto um 1975

Till (Waldemar Ave) und Begrüßungsschild auf dem Bahnhof, Foto um 1975

Letzte Fahrt

Letzte Fahrt "Hein Hollenbek", Haltestelle "Drüsen", Foto 4.10.1959

Alter Bahnübergang am Lankauer Weg, Foto 1971

Alter Bahnübergang am Lankauer Weg, Foto 1971

Durchfahrt privater Zug mit Langholz, Foto 2015

Durchfahrt privater Zug mit Langholz, Foto 2015

Dampflokfreunde Berlin, Durchfahrt 03 von Berlin nach Fehmarn, Foto 9.7.2016

Dampflokfreunde Berlin, Durchfahrt 03 von Berlin nach Fehmarn, Foto 9.7.2016