Baden in Mölln

Anlässlich der Fertigstellung des neuen Familienbades „Möllner Welle“ blicken wir in diesem Monat auf die Geschichte der Möllner Badeanstalten und Schwimmbäder zurück.

Von einer wunderschönen Seenlandschaft umgeben, bietet Mölln zahlreiche Möglichkeiten, in der Natur ein Bad zu nehmen. Im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Badeanstalten. Auf den Dämmen errichtete Zimmermeister Schlie eine Badeanstalt, in der auch Schwimmunterricht erteilt wurde. Das Becken war quasi eine einzige Holzbadewanne. Das Material war von geringer Haltbarkeit, und bald faulten Balken und Bretter, sodass die Badeanstalt geschlossen werden musste.

1873 hatte sich eine „Möllner Badegesellschaft“ gegründet, die am Stadtsee eine Badeanstalt betrieb. Schon 1884 war sie in so schlechtem baulichen Zustand, dass ein völliger Neubau notwendig wurde. Dafür fehlten der Gesellschaft allerdings die Mittel. Die Stadt lehnte einen Ankauf ab und zwei Privatleute erwarben die Einrichtung. Die neuen Betreiber mussten allerdings die Stadt wiederholt um Zuschüsse bitten.

Das Vereinsregister von 1901 weist auch einen Möllner Schwimmverein auf, über den aber kaum etwas bekannt ist.

1907 gab es erste Pläne zum Bau einer städtischen Badeanstalt, die dann 1913 am Schulsee angelegt wurde. Ihr Name „Luisenbad“ verdankt sie vermutlich der preußischen Königin Luise, an die zur Hundertjahrfeier der Freiheitskriege gegen Napoleon (1813 / 1913) viel erinnert wurde. Daneben existierten noch zwei Privatbadeanstalten. In dieser Zeit war der Badebetrieb streng nach Alter und Geschlecht getrennt (bis 10 Uhr: Männliche Personen. 10-1 Uhr: Erwachsene weibliche Personen. 2-4 Uhr: Schulmädchen. 4 ½ - 6 ½ Uhr: Schulknaben. 6 ½ - 9: Männliche Personen).

Erster Besitzer des Luisenbades war Wilhelm Rohde, der zu Beginn des Ersten Weltkrieges  in Flandern fiel. Danach kaufte die Stadt das Luisenbad. Der Grund und Boden, auf dem es errichtet war, war ohnehin städtisches Eigentum.

In einer Zeit, in der Badezimmer in den Häusern und Wohnungen noch die Ausnahme waren, spielten „Warmbadeanstalten“ eine wichtige Rolle, für die Hygiene und zur Entspannung. In Mölln befand sich eine solche Einrichtung am Mühlenplatz.

Neue Möglichkeiten zum Baden und Schwimmen entstanden in den späten 1960er und 1970er Jahren mit dem Bewegungsbad am Kurmittelhaus (Eröffnung 18. Februar 1972), dem Schwimmbad im Augustinum (Einweihung 8. März 1974) und den Bädern in den Kurkliniken Föhrenkamp (Einweihung 3. November 1967) und Hellbachtal (Einweihung Juli 1977).

Bewegungsbad und Kurmittelhaus wurden im Sommer 2014 abgerissen. An gleicher Stelle errichteten die Stadtwerke ein neues Familienbad, das nach einem Wettbewerb zur Namensgebung den Namen „Möllner Welle“ erhielt.

Badeanstalt für die weibliche Jugend, Auf den Dämmern, Foto von 1908

Badeanstalt "Luisenbad" am Schulsee, Foto von 1914; Anzeige nach 1912

Schulsee mit Luisenbad, Augustinum, Foto 1977

Luisenbad im Jahr 2015

Warmbadeanstalt am Mühlenplatz vor Abriß, 1985; Anzeige nach 1912

Kurmittelhaus Eingang mit Bewegungsbad, Foto 1972

Inbetriebnahme Bewegungsbad im Kurmittelhaus 1969

Bau Bewegungsbad Klinik "Hellbachtal", 1976

BfA "Föhrenkamp", Bewegungsbad, 2003

Augustinum, Schwimmbad

Möllner Welle vor Eröffnung, Eingangsbereich, 2016

Möllner Welle vor Eröffnung, Schwimmbecken, 2016