Rund um die Uhr, an jedem Tag im Jahr steht die „Freiwillige Feuerwehr Mölln“ bereit, um den Mitbürgerinnen und Mitbürgern in der Stadt, aber auch im Umland bei kleinen und großen Unglücksfällen zur Seite zu stehen. „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ – Diese vier Begriffe umfassen die wesentlichen Aufgaben unserer freiwilligen Wehren.

Den Anstoß zur Gründung der Möllner Wehr gab eine schreckliche Brandkatastrophe. Am 15. September 1874 waren in der Seestraße innerhalb weniger Stunden 31 Häuser sowie zahlreiche Nebengebäude von den Flammen vernichtet worden. Das furchtbare Unglück löste nicht nur eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, sondern half auch der Überzeugung zum Durchbruch, dass die bisherige Organisation des Brandschutzes völlig überholt war. Schon zwei Tage nach dem großen Brand in der Seestraße kamen über 80 Bürger in Schapers Hotel „Deutsches Haus“ zusammen, um auch in Mölln eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Seit dem Mittelalter waren Feuerschutz und Brandbekämpfung Aufgaben der Feuergräfen gewesen. Sechs gewählte „Feuerherren“ waren dafür zuständig, die Einhaltung der bestehenden Brandschutzbestimmungen zu überwachen, und im Falle eines Brandes die Brandbekämpfung zu organisieren. Zur Mitwirkung waren alle Bürger verpflichtet. Diese aus dem Mittelalter stammenden Struktur hatte sich überlebt.

Bei der Gründung der neuen Freiwilligen Feuerwehr traten 51 der Anwesenden als Mitglieder ein, erster Hauptmann der Wehr wurde Georg Busse (1874-1886 im Amt). Die Mannschaft war in drei „Rotten“ eingeteilt: Die „Schlauchrott“, die „Spritzenrott“ und die „Steigerrott“, womit die speziellen Aufgaben der einzelnen Gruppen beschrieben waren.

Das erste Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr befand sich am Marktplatz. Das alte Gebäude war  verlängert und mit einem Treppengiebel verziert worden und konnte im Januar 1877 eingeweiht werden (Es stand an der  Kirchhofsmauer, etwa dort, wo sich heute der Eulenspiegelbrunnen befindet). Es hatte zwei Seitentore und ein Tor an der Stirnwand. Alle Geräte konnten darin untergebracht werden.

Aufgaben, Ausbildung, Gerät und Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr haben sich in den mehr als 140 Jahren seit der Gründung immer wieder verändert und mussten neuen Erfordernissen angepasst werden.

1934 konnte die Wehr an den Mühlenplatz umziehen, 1974 wurde die Feuerwache am Eichholzberg eingeweiht und seit 1994 befindet sich der Standort der Freiwilligen Feuerwehr am St.-Florian-Weg.

Die Auswahl historischer Bilder in diesem Monat bietet nur einen kleinen Ausschnitt aus der wechselvollen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Mölln, die weiterhin ehrenamtlich und freiwillig für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger im Einsatz ist.

Vor dem Spritzenhaus auf dem markt, Spritze von 1867, Foto von 1924

Vor dem Spritzenhaus auf dem Markt, Spritze von 1867, Foto von 1924

                                             

Übungsturm der Feuerwehr Mölln (Feldbäckerei) , 1. Magirusleiter angeschafft 1903, Foto von 1924

Feuerlöschpolizei, Gruppenbild vor Feuerwache Mühlenplatz, Foto 1939

"Feuerlöschpolizei", Gruppenbild vor Feuerwache Mühlenplatz, Foto 1939

Löschgerätefahrzeug mit Schlauchanhänger, Mühlenplatz, Foto 1939

Löschgerätefahrzeug mit Schlauchanhänger, Mühlenplatz, Foto 1939

Umzug 75 Jahre Freiwillige feuerwehr, Hauptstraße, Foto von 1949

Umzug, 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr, Hauptstraße, Foto von 1949

Feuerwache Eichholzberg mit Fahrzeugen, Foto 1985

Feuerwache Eichholzberg mit Fahrzeugen, Foto 1985

Brandbekämpfung Möbel Urbschat, Alt-Mölln, Energiestraße, Foto 1996

Brandbekämpfung Möbel Urbschat, Alt-Mölln, Energiestraße, Foto 1996

Freiwillige Feuerwehr Mölln, Gruppenbild vor neuer Wache am Grambeker Weg, Foto 1999

Freiwillige Feuerwehr Mölln, Gruppenbild vor neuer Wache am Grambeker Weg, Foto 1999

125-Jahr-Feier Feuerwehr Mölln, Wehrführer Schöpp, Damm mit Till Eulenspiegel

125-Jahr-Feier Feuerwehr Mölln, Wehrführer Schöpp, Damm mit Till Eulenspiegel