Die Eulenspiegelfestspiele 1950 in Mölln

Schon früh begann Till Eulenspiegels Theaterkarriere. Der Dichter Hans Sachs (1494 - 1576) verwendete in einigen seiner Fastnachtsspiele Eulenspiegelgeschichten.

In Mölln feierte man 1928 zum ersten Mal ein Eulenspiegelfest. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Idee erneut aufgegriffen.

Das Jahr 1950 stand in Mölln ganz im Zeichen Till Eulenspiegels. 1350 soll der Narr in Mölln gestorben sein und aus Anlass des 600. Todesjahres ließen die Möllner kurz vor Beginn des neuen Jahres Eulenspiegel wieder aus dem Grabe steigen. Bürgermeister Rudolf M. Michelsen fordert auf zum „Kampf den Humorlosen und allen denen, die nicht lachen können.“ Die Stadt Mölln erhofft sich von den geplanten Veranstaltungen einen spürbaren Aufschwung für den Tourismus.

Auf Empfehlung Carl Zuckmayers gaben die Möllner dem jungen Dramaturgen Wolf von Niebelschütz den Auftrag, für die Festspiele im August 1950 ein Eulenspiegelstück zu schreiben. So entstand das Stück „Eulenspiegel in Mölln“, in dem der bekannte und beliebte Schauspieler Günter Lüders die Hauptrolle übernahm.

Die Festspiele wurden ein großer Erfolg, so dass man sich zwei Jahre später erneut an daran wagte, ein Eulenspiegelstück auf die großartige Freilichtbühne des Marktplatzes zu bringen. Anlass war die 750-Jahr-Feier der Stadtrechtsverleihung. „Eulenspiegel verkauft Mölln“ lautete der Titel des Stücks, das der Hamburger Paul Schurek geschrieben hatte. in der Titelrolle war der Schauspieler Richard Münch zu sehen.

Das Vorhaben, aus den Festspielen eine dauerhafte Einrichtung zu machen, ließ sich allerdings nicht umsetzen, obwohl das Publikum erneut begeistert reagierte.

Die Stadt zog sich aus der Organisation zurück, und nur der Vorsitzende des Kulturausschusses und „Eulenspiegelkurator“ Wolfgang Friedrich verfolgte das Projekt weiter. So fanden 1957 noch einmal Festspiele in Mölln statt. Das Stück, das von einem Lübecker Ensemble und dem Hauptdarsteller Hermann Lenschau hervorragend umgesetzt wurde, hatte Friedrich Hedler geschrieben.

Trotz des Erfolges gab es danach eine 40-jährige Festspielpause in Mölln. Die Anregung, über eine Neuauflage der Festspiele nachzudenken, kam 1994 aus der Schweiz. Das Organisationskomitee der Festspiele der Stadt Aarberg brachte nämlich eine in Berner-Düütsch umgearbeitete Fassung des Eulenspiegelstückes von Günter Weisenborn (1902-1969) auf die Bühne. Robert F. Spuler, Kurdirektor der Eulenspiegelstadt, begeisterte sich für die Idee, auch in Mölln ein solches Vorhaben zu wagen. Er ergriff die Initiative und trieb das Projekt mit bemerkenswertem Engagement voran.

Eine von acht Bürgern und Geschäftsleuten  gegründete „Gemeinnützige Möllner Festspielgesellschaft GmbH“ konnte 1997 ausgezeichnet gelungene und restlos ausverkaufte Festspiele präsentieren.

Seit 1997 finden die Eulenspiegel-Festspiele alle drei Jahre statt. Mit dem Stück „Till auf schelmischer Mission“ wird der Möllner Marktplatz in diesem Jahr vom 6. bis zum 23. August erneut zur Bühne.

Vorverkauf auf dem Bauhof

Werbung für die Festspiele, Stadtwache bei Druckerei Bärsch, Hauptstraße

Einladungsschreiben des Bürgermeisters Frank

Schauspieler Günter Lüders als Eulenspiegel

Regisseur Ulrich Erfurth und Günter Lüders bei Proben

Ausschnitt aus Brief von Frau Irmtraud Johnson aus Wellington, USA, die 1950 bei den Festspielen mitwirkte

Szene, die im Brief angesprochen wird

Eulenspiegel und der Bischof

Die Tribünen auf dem Marktplatz