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St. Nicolai - Kirche in Mölln


Der Marktplatz in Mölln mit seinem gotischen Rathaus und einer Reihe alter Bürgerhäuser wird überragt von der Kirche St. Nicolai. Stilistische und geschichtliche Gründe sprechen für einen Baubeginn der Kirche im 1. Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts. Schriftliche Nachweise fehlen leider.

Bei dem spätromanischen Backstein - Bau handelt es sich um eine dreischiffige Basilika mit Westturm und einem einschiffigen Chor mit einer halbrunden Apsis. Der Besucher betritt die Kirche von Westen her ...
... und ist beeindruckt von der kraftvollen architektonischen Gliederung, die an den Ursprungsbau des 13. Jahrhunderts erinnert. Nach Süden schließt sich unter großen Bögen ein lichter und weiter Raum an - das 1471 erbaute Südschiff. Zwei weitere gewölbte Räume wurden hier im Jahre 1497 angefügt - die heutige Taufkapelle und die Sakristei.


Die Ausmalung ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Restaurierung von 1896: Die Fresken im Chorgewölbe symbolisieren den Kampf des Christentums gegen das Heidentum. Malereien an der Nordseite des östlichen Mittelschiffs erzählen vom Wirken des heiligen Nikolaus, dem die Kirche geweiht ist. Ebenso von Jakobus d.Ä., der hier besondere Verehrung genoß.
Im Chorbogen befindet sich eine nicht ganz vollständige Darstellung eines Glockenläuters aus dem 14. Jahrhundert, im Turmraum eine schlichte spätgotische Darstellung der heiligen Bonaventura in der Tracht eines Franziskanermönchs. Von einer umfassenden nachmittelalterlichen Auszierung ist ein kleiner Rest (Kartusche) in der Sakristei erhalten geblieben.

Die Ausstattung der St. Nicolai - Kirche ist sehenswert. Der Altar stammt aus dem Jahr 1739, die Kanzel wurde 1742 geschaffen. Insgesamt enthält die Möllner Kirche eine Vielzahl historisch interessanter Einzelstücke. Einige dieser Gegenstände sollen aus dem 1413 gegründeten und 1534 aufgelösten Birgittenkloster Marienwohlde bei Mölln stammen. Das älteste Kunstwerk ist eine leider beschädigte Steinplastik aus Gotland. Der vierseitige konische Stein, um 1200 geschaffen, zeigt auf seinen geraden Flächen die Heiligen Drei Könige und auf den Ecken einzelne Heilige. Gleichen Seltenheitswert hat ein großer siebenarmiger Bronze - Leuchter aus dem Jahre 1436. Bemerkenswert auch die mittelalterliche Taufgruppe von 1509 und die Abgüsse von 12 Apostelstatuen in der Sakristei vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Originale sind in Unkenntnis ihres künstlerischen Werts verkauft worden.

Die Orgel der St. Nicolai - Kirche hat eine bewegte Geschichte. Unterlagen belegen, daß es bereits vor 1558 eine oder mehrere Orgeln in St. Nicolai gegeben haben muß. Im Jahr 1558 erhielt der berühmte Hamburger Orgelbauer Jacob Scherer den Auftrag, die vorhandene Orgel zu erneuern. Von diesem Material ist aber nur noch wenig erhalten. Jetzt muß die Orgel dringend saniert werden. Der Orgelbauverein St. Nicolai zu Mölln hat sich das Ziel gesetzt, die Orgel in den nächsten Jahren zu restaurieren und ihr wieder den Stellenwert zu geben, den sie einstmals hatte.

Kein Besucher sollte versäumen, einen Blick auf den Eulenspiegelgedenkstein neben dem Westeingang zu werfen. Till Eulenspiegel soll bekanntlich im Jahr 1350 in Mölln gestorben sein. Der Stein wurde allerdings nachträglich gesetzt, stammt aus dem 2. Viertel des 16. Jahrhunderts.